40k – Mein erfolgreichster LinkedIn Beitrag

Tag des Geschehens: 2. Juli 2019

War das früh. Wecker, Autobahn, Flughafen – ab nach München. 8:30 in München Aubing-Süd sein. Amazon Event.

Soweit nichts ungewöhnliches. Ein normal Arbeitstag halt. Direkt zu Anfang ein Meeting mit ‚Analyst Relations‘ und einigen Amazon Managern. Schnell noch einen Kaffee holen, und dann ab in den Meeting Raum. Ok, Raum war zuviel gesagt – schmal, eng, vielleicht gut für zwei bis drei Personen, aber bestückt mit einem Tisch und sechs Stühlen. Also, in der linken Hand einen Kaffe, und in der Rechten, meinen Laptop. Das, plus mein Körper war einfach mehr als das was gut in die kleine Lücke zwischen Glaswand und Tisch passte. Meine wenig geschmeidigen Versuche mich zwischen Tisch und Stühlen durchzumogeln, haben sich leider in punktuelle Bewegungsenergie in meiner linken Hand entladen. Tasse leer. Oberhemd voll. So ein Mist.

Die netten Damen und Herren von Amazon haben mir direkt ein ‚Merch‘ Oberhemd besorgt. Blauer Anzug, schwarzes Hemd mit orangem Logo – naja, egal. Ab ins Bad und auf zu meinem klitzekleinen Problem, einem unüberwindbaren Abstand zwischen Knopf- und Knopflochleiste des Oberhemdes. Die Größe „M“ hatte ich in meiner unermesslichen Freude über das frische Hemd glatt übersehen. Also wieder rein ins Kaffeehemd und zurück zum Meetingraum.

In der Zwischenzeit tummelte sich an den Sponsorenständen mehr und mehr Personal. Nach zwei bis drei ’nein, wir haben kein Shirt‘ hatte ich plötzlich Hoffnung. Am Stand von T-Systems packte ein Mitarbeiter gerade einen Stapel T-Shirts aus. Zunächst bekam ich aber auch dort für mein Dilemma zunächst nur ein mitleidiges Lächeln. Doch nachdem ich deutlich machen konnte, das ich mich nicht als Mitarbeiter einschleichen wollte und nachdem ich versprochen habe die wirklich sehr netter Hilfe in einem LinkedIn Beitrag zu beschreiben, bekam ich ein schönes frisches Schwarzes T-shirt.

Der Rest der Veranstaltung war wunderbar (nochmals vielen Dank an Amazon), am Flughafen postete ich folgendes auf LinkedIn:

Today at the AWS Transformation Day in Munich:

1. Arrival
2. BIG Coffee Accident
3. Finding some clothes

THANK YOU #TSystems for helping out! You have very nice people here at the AWS event.

Eine simple Vorher/Nacher Collage und 30 Wörter Text.

Was dann passierte übertraf all meine Erwartung (obwohl, wenn ich es genau nehme, hatte ich gar keine …).

40.000+ Ansichten, einige hundert Likes, einige Dutzend Kommentare und 50 neue Kontaktanfragen.

Ich bin kein Dauerposter auf LinkedIn (trotz sehr langer Mitgliedschaft und mehr als 5.000 Kontakten) und hatte wenig Erfahrung, aber ich war überwältigt. Denn bis dahin hatte ich nur einige Business Artikel veröffenlicht (bis 100 Ansichten), hier und da einen Job offeriert (bis 1.500 Ansichten) oder einige (für mich) gute Artikel geteilt (bis 50 Ansichten). 40.000 war der Knaller.

Um die Zahl zu erreichen hat es ca. eine Woche gedauert. Zu Hause nannten mich die Kinder für einige Zeit nur den Influenzer.

Ich möchte auch noch erwähnen, das ich später am Tag noch ein zweites Shirt bekam. Ein ehemaliger Gartner Kollege wusste, das wir neutral gegenüber allen Marktteilnehmern sind und er gab mir ein Poloshirt mit den Worten: „Hier, damit Du nicht in Schwierigkeiten gerätst. Das sah dann so aus:

Auch Dir, lieber Sebastian, nochmals herzlichen Dank.

Die Kommentare die ich bekam lassen sich in drei Gruppen teilen.

  • Ist mir auch schonmal passiert.
  • Kaffee ist halt ungesund.
  • If you can’t hide it, own it.

Habe ich was daraus gelernt? Klar, immer ein Ersatzshirt mitnehmen (habe ich seither nie gemacht), Storytelling ist wirklich nicht zu unterschätzen, und es gibt sehr viele nette Menschen in unsere Branche.

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